Probleme mit dem Zuchtrecht Teil II

Sollten die Probleme rund um die Deckung aus dem Weg geräumt sein (wie : Hündinnenbesitzerin will den Rüden mitbestimmen, den Zeitpunkt des Wurfes immer weiter nach hinten schieben, selbst fahren, aber bitte nicht weit etc), geht es hoffentlich Richtung Trächtigkeit und Geburt.

Wie schon im Hinblick auf die Deckung, so herrscht häufig die Meinung, die Hündin sei entspannter, wenn die Besitzerin dabei ist (ich nehme bewusst wieder die weibliche Form, da es sich bei nahezu 100% um Frauen handelt). 

Wir haben volles Verständnis, wenn die Besitzerin bei der Geburt dabei sein möchte und das ist auch gar kein Problem, aber ganz bestimmt NICHT, weil die zukünftige Mutter dann entspannter wäre. 

Besitzerinnen, die anwesend sein möchten, kommen meist einige Tage vor der zu erwartenden Geburt zu uns. Und genau diese Tage sind es, die die Hündin stressen und verwirren und in denen sie sich eigentlich ungestört akklimatisieren sollte. Wo soll die Hündin übernachten und wie soll sie eine Vertrauensbindung zu uns aufbauen für die bevorstehende Geburt? Wie sollen wir ihr die Wurfkiste vorstellen? Wenn die Besitzerin mit dem Wohnmobil kommt, dann wollen sicher Beide, dass sie bis zur Geburt selbst dort bleibt, alles andere wäre ja noch verwirrender. Die Hündin sieht auch keinerlei Notwendigkeit, sich in die Gruppe zu intergrieren. In einer Ferienwohnung wäre es ebenfalls schwierig: jeden Tag Abschied und Unverständnis seitens der Hündin. Dort mit zu übernachten ist wohl eher keine Option.

Die Geburt selbst stellt tatsächlich nie ein Problem dar, da dann irgendwie auch der Schalter unumkehrbar umgelegt wird auf: hier und jetzt geschieht es. Wenn Frauchen dann dabei anwesend war, gab es auch keine Verwirrung. Die Hündin ist mit sich selbst, ihrem Nachwuchs und unserer erfahrenen Hilfe beschäftigt. 

Besuche in den ersten drei Lebenswochen der Welpen sind für Hündinnenbesitzerinnen manchmal etwas enttäuschend. Die Hündin freut sich zwar über Besuch, würde ihre Welpen nie länger verlassen. Die Hunde gehen dann zwar auch mit spazieren, aber sobald wir wieder zu Hause sind, rennen sie Richtung Wurfbox. 

Das ändert sich spätestens in Woche 6. Die Mütter fahren hormonmäßig stark zurück und überlassen auch Anderen das Spielen mit den Welpen. Bei Besuchen, sind sie wieder fast ganz die Alten und verstehen nicht, warum man nach Besuchen nicht ganz normal einfach wieder nach Hause fahren kann (auch wenn sie, zu Hause angekommen, eher nicht ganz so happy sind, weil sie die Kleinen dann doch vermissen). Sind die Welpen 8 Wochen, kann die Mutter wieder nach Hause – ideal ist, wenn die Welpen VOR ihr das Haus verlassen, damit sie eben nicht das Gefühl bekommt, sie müsste zu uns zurück zu ihren Kleinen. 

Wie auch immer: Es herrscht die große Sorge, ob auch alles wieder so wird, wie früher. Gerade WEIL sich die Hündin so anders und mütterlich benimmt bei uns. Wie gesagt, die Hormone machen es möglich und wir können garantieren, dass tatsächlich alles ist wie vorher, außer der Tatsache, dass die Hündin meist nocht abhaart und dass sie evtl. ein wenig selbstbewusster durch die Welt schreitet. Was ja nicht schlecht ist……

Die größte Sorge der Besitzerinnen ist im Grunde vor allem die Frage: wird unserer Beziehung wieder wie vorher, auch wenn ich den Hund zwischendurch loslassen muss? Daher auch dieses Bestehen auf Anwesenheit bei Decken und Geburt. Diese Angst ist verständlich, aber vollständig unbegründet. Und ja: jede Beziehung ist anders und jeder Hund individuell auch aber die beschriebenen Dinge treffen auf jeden einzelnen Zuchtrechtshund zu – auch auf deine Mimi, mit der du die Beziehung deines Lebens hast, glaub mir 😄 

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